28. Juli 2022, Viana do Castelo, Portugal

Den Aufenthalt in A Coruña mussten wir verlängern weil das Wetter für die geplante Umrundung des Kaps Finisterre nicht geeignet war. Nicht nur Nebelbänke waren hinderlich, auch wehte es aus West entgegen und dann hat man keine faire Chance gegen die Elemente, zumal der Kapeffekt dort aus moderaten Winden deftige Starkwinde macht. Nicht umsonst heißt die Küste zwischen Coruña und dem Kap Costa da Morte, die Todesküste. Mehr Zeit gab mehr Gelegenheit für neue Kontakte. So fanden wir uns an einem Abend in einer Runde von mehr als einem Dutzend deutschen Seglern wieder, die wie wir alle Mitglieder beim Transocean Segelclub waren. Kontakte wurden geknüpft, Reisepläne ausgetauscht und Berichte über regelmäßige Orcaattacken auf Segelboote im Bereich des Kaps. Tatsächlich wurde das Ruder eines Segelboot wenige Tage später dort von einem Orca abgebissen. Ein dramatischer Schaden! Wir mit unserem Stahlboot fühlen uns aber nicht gefährdet.

Am 20. Juli starteten wir Mittags zur Fahrt über Nacht ums Kap mit dem Ziel Ria de Muros, der ersten der großen Buchten Galiciens. Bei schwachem Wind gestartet brachte uns der Diesel voran bis wir endlich Segel setzen konnten. Der angekündigte Nordwind war eingetroffen. Erst zögerlich, dann mäßig und dann steigerte er sich wie im Wetterbericht vorhergesagt in der Abenddämmerung auf 20 – 30 Knoten, das sind 5 – 7 Bft. Da zischte Beagle mit verkleinerter Segelfläche durch die Nacht. Längere Zeit 6 Knoten und mehr sind ein Gedicht! Unsere Wind-Selbststeueranlage beherrscht diese Konstellation perfekt. Je mehr Wind, desto stabiler der Kurs. Wir müssen dabei nur noch die Kurs-Feinjustierung leisten. Alles sonst geht automatisch.   Nach einiger Zeit hatte sich eine respektable Windsee aus Nord entwickelt, die sich bedauerlicherweise mit einer kräftigen Dünung aus West kreuzte. Das hatte zur Folge, dass wir alle 2 – 3 Minuten von einer kombinierten Welle heftig durchgeschüttelt wurden. Dabei mussten wir uns ordentlich festhalten, um nicht durchs Cockpit zu purzeln. Kein Problem für Schiff und Crew. Plötzlich ein Funkanruf für uns vom Radar- und Funkkontrollzentrum Finisterre, das sich erkundigte ob bei uns alles OK sei. Es hatte einen Notruf im Seegebiet gegeben, der nicht genau zugeordnet werden konnte. Wir waren es nicht und bekamen gute Wünsche für die ruppige Nacht auf den Weg.

Nach dem Kap ein leichter Kurswechsel Richtung Ria und alles wurde viel leichter. Das Schiff rauschte jetzt angenehm schwingend durch alle Wellen. Toll! Zwei Stunden noch Rauschefahrt, dann wurde der Wind rasch weniger und der Motor musste wieder ran. Bei der Einfahrt in die Ria ging der Wind wieder los, jetzt aber genau gegenan aus Ost, bald wieder in Starkwindstärke. Die erste ins Auge gefasste Bucht bot keinen guten Schutz gegen Ostwind und einige Hobbyfischer mit Ruderbooten brachten dort Netze zwischen Ankerliegern aus. Schnell weg! Vor Muros eine zweite Bucht auch nur mit mäßigem Schutz, doch wir waren rechschaffen müde. Der Anker fiel um 8:45 Uhr und schien fest zu sitzen. Kaffe, Frühstück, ab in die Koje bis 12 Uhr. Aufwachen, Ankeralarm, Sch……, der Anker slippte! Kaltstart mit Anker auf, der einen verlorenen Muschelsack aufgespießt hatte und sich deshalb nicht richtig eingraben konnte. Ab in die dritte Bucht am Nordende der Ria, jetzt mit gutem Schutz nach Nord und Ost. Ufff, entspannen, alles klar! Am Nachmittag drehte der Wind als Fallwind von den Bergen auch in der Bucht kräftig auf. Das Boot rüttelte und riß heftig an der Ankerkette. Bis 20 Uhr alles OK, dann driftete es ganz langsam achteraus. Dank GPS kann man das fast metergenau verfolgen. Um 21 Uhr waren unsere Hoffnungen verflogen, dass der Anker sich selbst wieder fest eingräbt. Anker auf und der war mit einem gewaltigen Tang- und Algenpacket dekoriert. Hatten wir wohl einfach etwas Pech gehabt. Da andere Ankerlieger auf der anderen Seite der Bucht sicher lagen, wechselten wir auch dahin. Das Echolot sagte, ein perfekter Sandgrund. Anker rein, scharfe Ankerwache bis 23 Uhr, alles prima! Trotz Starkwindgeheul schliefen wir gut und verbrachten danach einen nett faulen Tag in der wunderschönen Bucht.

Am 23. Juli verholten wir in die Marina von Muros. Die kleine Stadt ist sehr gepflegt und in der Hochsaison voller Leben. Schon bei der Einfahrt in den Hafen wurden wir von anderen Seglern heftig gewarnt: ein Heavy-Metal-Festival fand direkt im Hafen statt. Das konnte interessant werden. In der Tat war die Lautstärke beeindruckend und es dauerte auch bis gegen 5 Uhr früh. Wir waren aber erstaunt über eine ganze Reihe melodischer Musikstücke. Beim Liegeplatz hatten wir großes Glück, die Lautsprecher waren auf die andere Seite des Hafens ausgerichtet. Wir hatten also ein richtig preiswertes Musikfestival! Die Gastronomie von Muros wird von Kennern des Orts sehr gelobt. In der Tat wurden wir aufs Allerbeste mit den herrlichsten Delikatessen aus dem Meer versorgt.   

Am 25. Juli wechselten wir in die nächste große Bucht, die Ria Arosa, leider komplett in Maschinenfahrt. Der Wind war zu schwach. Die gewählte Einfahrt zur Bucht durch zwei Engstellen zwischen üblen Riffen war aber spannend. Auf kurzem Weg ging es in die schön breite, doch gut nach West, Nord, und Ost geschützte Bucht Ensenada de Ribera. Dort hatten wir auch bei unserer zweiten Atlantikrunde 2017 geankert. Viel Badebetrieb an der Bucht, am Nachmittag aber auch regelmäßig rasende Motorboote um uns herum. Am Abend war alles friedlich. Nur die Kleinfischer sind dann sehr aktiv.

Am 26. Juli am Vormittag Anker auf Richtung Baiona an der letzten der galizischen Buchten, der Ria de Vigo. Baiona ist der Südlichste der spanischen Atlantikhäfen und aufs engste verknüpft mit der ersten Entdeckungsreise von Columbus Richtung Westen. Die Fahrt auf der Außenseite der Inseln, die die Rias vom freien Ozean abtrennen, war sehr entspannt. Meist reichte die Genua als Vortrieb. Dünung und Windsee erzeugten wieder kreuzende Wellen ohne richtige Muster, so dass wir immer wieder überraschend geschaukelt wurden. Alles blieb im grünen Bereich. Am Nachmittag trafen wir im königlichen Yachtclub von Baiona an. Der Hafen war proppevoll. Wir hatten Glück, überhaupt noch einen Platz hinten zu ergattern. Der Marinero vom Dienst musste aber kräftig an unseren Leinen ziehen, bis wir endlich in der engen Lücke drin waren. Für die Weiterfahrt nach Portugal standen wir am 27. Juli schon früh im Dunklen auf, um ein gutes Wetterfenster bis Viana do Castelo nutzen zu können. Für den Nachmittag war heftiger Starkwind angesagt. Leider blieb der Wind auf fast der ganzen Strecke zu schwach zum Segeln. Der verlässliche Golf Diesel brachte uns aber voran. Direkt vor der Außenmole von Viana an der Mündung des Flusses Lima legte der Wind aber am Mittag los. Gleichzeitig mit uns kam ein Kümo dort an und eine Regatta-Trainigsgruppe von einem Dutzend kleiner Jollen mit zwei Begleitbooten. Also noch einmal schön langsam gemacht und die Anderen erst einmal in die Mündung gelassen. Dabei sorgfältig nach schlecht sichtbaren Fischernetzmarkierungen Ausschau gehalten, die bis unmittelbar an die Fahrrinne gelegt worden waren. Glücklicherweise hatten wir eine einsetzende Flut, die uns auf dem Weg in die Stadtmarina unterstützte. Mittlerweile bliesen satte 6 Bft quer zum Fluß, die an der Einfahrt zur Marina durch dicht stehende Gebäude und gut belaubte Bäume dazwischen stark gebremst wurden. Gleich vorn am ersten Steg waren zwei schöne Plätze frei. Einfach rein! Als das Boot fest war, erreichten die ersten starken Böen auch die Marina. Perfekt. Kurz darauf kam der Hafenmeister und alles war OK. Viana ist eine sehr lebhafte Stadt mit überraschend viele Geschäften. Vorräte wurden aufgefüllt, die Wäsche in einen schönen neuen Waschsalon gewaschen und wir fanden sogar eine Buchhandlung, in der wir das bislang fehlende Diktionär Portugiesisch-Deutsch kaufen konnten.

Ein Kreuzfahrtschiff verlässt den Hafen von A Coruna
Beim 4. Versuch sicher vor Anker in der Ria de Muros
Straff gespannte Ankerkette
GPS-Darstellung des sicher liegenden Ankers (Mondsichelform der Überlagerung aller Positionen in einer windigen Nacht), rechts Echolotdarstellung des festen Sandgrundes.
Promenade von Muros
Ein Platz mit zahlreichen Restaurants in Muros

Aktuelle Bilder

Liebe Blogleser,

im Hafen von A Coruna ging fast nichts im Web, eine nette Ceveceria (Kneipe) auf dem Marktplatz löst das Problem nach Bestellung eines kleinen Biers. Voll OK!

Außenbefestigungen Hafen Cherbourg
Victoria Marina, St. Peter Port, Guernsey
Freunde aus Guernsey zu Besuch, wie wir Teilnehmer einer Atlantikrunde 2013/14
Leuchtturm St. Mathieu an der Einfahrt zur Bucht von Brest
Hafen Camaret-sur-Mer
Traurige Reste alter Fischerherrlichkeit in Camaret
Gasse in Camaret
Sonne und leichter Wind auf der Biskaya
Kaum was los auf der Biskaya
Frühstück auf hoher See
Frühstück auf hoher See
Seit fast 2000 Jahren begrüßt der Torre de Hercules die Besucher von A Coruna
Samstag Abend steppt der Bär in A Coruna
Nebelwalze auf dem Weg in die Bucht von A Coruna

16. Juli 2022, A Coruna

Am 3. Juli starteten wir 3 Stunden vor Hochwasser in Cherbourg, um rechtzeitig den Strom im Alderney Race zu erreichen. Wie jedes Mal war um das Cap de la Hague eine heftige Hacksee zu überwinden, danach schob uns der Strom gen Guernsey und als wir St. Peter Port ansteuerten, kam uns schon ein freundlicher Hafen-angestellter im Schlauchboot entgegen und fragte, ob wir in die Marina wollten. Die Häfen in diesen Gebieten mit gewaltigem Tidenhub sind meist mit einer Schwelle (Lock) gesichert, um auch bei Ebbe genug Wasser im Hafenbecken zu halten. Erst wenn ausreichend Wasser über der Schwelle steht, kann man einfahren. Wir mußten nur kurz warten und wurden dann zu einem sehr günstigen Liegeplatz in der Marina geleitet. Mit unseren Segelfreunden von den vergangenen Atlantikfahrten verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag auf der Beagle und tauschten Erinnerungen und Neuigkeiten aus. Die Wettervorhersagen wurden langsam besser, also sollte es weitergehen.

Am Mittwoch, 6.Juli, als wir das Lock passieren konnten, ging es Richtung Camaret- sur-Mer auf 134 Seemeilen. Wir erlebten eine schöne Nachtfahrt unter Segeln mit brillantem Sternenhimmel. Im Chenal du Four passte der Strom perfekt und in der Bucht von Brest blies uns zum Abschluß noch ein SO Wind nach Camaret. Dort landeten wir abends um 20.30 und machten im Päckchen fest in dem richtig vollen Hafen. Im Ort konnten wir uns sehr gut für die bevorstehende Biscaya-Überquerung versorgen und hatten zum ersten Mal wirklich Sommerwetter zum Genießen. Die Windvorhersagen versprachen stabile O – NO Winde für die nächsten Tage und das wollten wir natürlich nutzen.

Sonntag,10. Juli um 10 Uhr, Leinen los über die Biskaya Richtung Spanien! Zunächst musste wieder der Diesel ran bei völlig glatter See, der angesagte Ostwind war nur ein Hauch. Als es Abend wurde ging es endlich unter Genua und Windsteueranlage in die Nacht. Sehr bemerkenswert auf dieser Biscaya-Querung war ein langanhaltender Gegenstrom von 1-1,5 Knoten, der nicht mit der Tide korrelierte und uns nachhaltig bremste. Wir konnten es uns nur durch große oberflächliche Wasserverschiebungen erklären. Der Mond begleitete unsere Nächte und der Wachrhythmus stellte sich wieder ein, auch wenn zwischendurch immer wieder der Motor brummte. Unsere Etmale (Tagesweglänge) lagen immer um die 100 Meilen und nach 3 Tagen kamen aus dem Dunst Spaniens Berge in Sicht. Danach allerdings dicker Nebel 25 Meilen vor der Küste. Also wachsam auf Radar und AIS geschaut. Unsere Nebeltaktik: Uli kann sehr gut in die Ferne sehen und ist am Ruder, Alice als Kurzsichtige, beobachtet das Radar und funkt notfalls Fahrzeuge auf Kollisionskurs an. Das funktionierte wieder sehr gut. Ursache war eine große Wasserfläche mit 5 Grad kälterem Wasser, die den Nebel in der warmen Luft über der See produzierte. Kurz vor der Küste lichtete sich der Nebel und wir konnten unter guter Sicht in die Bucht von A Coruña einfahren. Die große Marina war ziemlich leer und wir konnten bequem anlegen nach 349 Seemeilen und 80 Stunden Fahrzeit. A Coruña zeigte sich uns wie bisher als wunderschöne Stadt mit sehr quirligem Leben in der spanischen Urlaubszeit. Solche Menschenmengen in den Gassen der Altstadt und in hunderten von Bars und Restaurants haben wir noch nicht gesehen. Das Wetter spielt natürlich auch mit, es war richtig warm! Am Abend nach einem Restaurantbesuch gab es dann auf dem Heimweg zum Hafen einige kräftige Windstöße und Grummeln von den Bergen. Im Boot dann entspannte Gewitterschau mit vielen tollen Blitzen quer über den Himmel aber wenig Regen und Wind. Morgens um 6 dann nach einem weiteren Gewitter heftige Sturmböen auf das Heck. Das noch aufgespannte Sonnensegel erwies sich als sehr robust und konnte leicht bekleidet von Uli gerettet werden. Auch im Hafen gab zunächst morgens dicken Nebel, der sich langsam an der Küste und über der Stadt ausbreitete. Dafür ist diese Küste bekannt. Die Wetterlage verlängert vermutlich unseren Aufenthalt hier. Der Fischmarkt in A Coruña hat uns wieder begeistert, der frische Merluza (Seehecht) war ein Genuß!

PS Bilder kommen später, wir haben hier schlechten Internetzugang

3. Juli 2022, Cherbourg

Am 22.6. warfen wir gegen 10 Uhr die Leinen in Ijmuiden mit dem Ziel Niuwpoort in Belgien los. Über 100 Meilen lagen vor uns und die extrem frequentierten Fahrwasser zu den stärksten Seehäfen der EU, Rotterdam und Antwerpen. Auch Ijmuiden selbst hat starken Schiffsverkehr, das war aber kein Problem, doch die Echolotanzeige im Hafenbereich wich deutlich von den Tiefenangaben in der Karte ab. Ein Flach von 5 m Tiefe schien an der Backbordseite weit in die Fahrrinne zu reichen. Wir wichen Richtung Mitte der Fahrrinne aus – netterweise war kein Großschiff in der Nähe – doch die Anzeige schwankte weiter um die 5 m. Das konnte eigentlich nicht sein! Also vorsichtig aus der Fahrrinne heraus und einmal die Schiffselektronik herunter- und wieder hochgefahren. 20 m Wassertiefe wie der Sollwert, manchmal spinnt die teure Elektronik! Um 17 Uhr erreichten wir den Maasgeul, das Fahrwasser von Rotterdam. Jede Menge schnelle Großschiffe quer zu unserer Richtung. Die Funkunterstützung der Leitstelle war perfekt. Ein gesteuerter Zickzackkurs und alles war klar! In den Abend hinein bekamen wir endlich einen gut segelbaren Wind, den wir sogar mit der Windfahne nutzen konnten. Herrlich! Im Dunklen erreichten wir dann die beiden Hauptarme der Scheldemündung vor Antwerpen. Dank AIS waren wir stets über die Bewegungen der Großen im Klaren, doch mussten wir eine Weile am Rand von einem der Verbindungsfahr-wasser fahren. Immer wieder kamen die dicken Pötte von hinten auf. Unschön, auch wenn sie stets guten Abstand hielten. Außerhalb der Fahrwasser liegen viele Flachs parallel zum Ufer, zwischen denen wir unseren Weg zum Zielhafen suchen mussten. Wir nutzten die Zufahrt von Oostende bis kurz vor dem Ufer und dann ging es noch 10 Meilen hinter einer flachen Bank nach Niuwpoort, welches wir um 8 Uhr morgens erreichten. Die Hafeneinfahrt ist interessant zwischen Pfahlreihen gestaltet und führt nach gut einer Meile zum riesigen Yachthafen. Gleich vorn am ersten Steg war etwas frei, doch später mussten wir in den hinteren Teil des Hafens verholen.

Niuwpoort ist unser erster Hafen in Belgien, das wir bislang wegen der vorgelagerten flachen Sände nicht angelaufen mochten. Hinter verheerend hässlichen und fast geschlossenen Hotellfronten von Oostende bis Niuwpoort fanden wir eine sehr hübsche Stadt weit hinter dem Strand, in der wir uns bestens versorgen konnten. Im Hafen fielen uns massive Bänke von Pazifischen Austern auf, die mittlerweile die früher dominierenden Miesmuscheln völlig verdrängt haben. Das kann man auch an der Nordseeküste von Cuxhaven bis zu den Niederlanden beobachten, jedoch nicht in diesem Ausmaß.

Am Samstag, den 25.6. warfen wir unsere Leinen schon um 6:40 Uhr los, um unser Ziel Boulogne-sur-Mer noch bei Tageslicht erreichen zu können. Der Knackpunkt dieser Etappe ist der alle 6 Stunden wechselnde Tidenstrom an der Engstelle des Englischen Kanals zwischen Dover und Calais. Wie bislang fast immer auf dieser Reise hatten wir Westwind, also fast genau gegenan. Es galt darum mit Motorkraft zunächst den Gegenstrom bis über Dunkerque hinaus zu bezwingen, um den Bereich Calais mit rund 3 Knoten Stromunterstützung rasch hinter uns zu bringen. Das gelang zwar, doch blies der Wind damit gegen den Strom. Das brachte sehr steile und hohe Wellen in denen das Schiff heftig stampfte, so dass wir kaum noch Fahrt durchs Wasser machten. Doch der Strom und eine Unterstützung durch einen Winddreher brachte uns trotzdem voran. Weil wir Sorge vor der Umkehr des Stroms hatten musste auch die Maschine mehr als sonst üblich leisten bis wir die nach Süden schwenkende Küstenlinie Richtung Boulogne erreichten. Dort kamen wir um 9 Uhr an und fanden viel Platz in der Marina vor.

Am Sonntagmorgen überraschte uns ein Fisch- und allgemeiner Markt genau gegenüber der Marina. Ein Seeteufel, junge Kartoffeln und verschiedene Salatkomponenten erlaubten es, die Ankunft in Frankreich gebührend zu begehen. Zu unserem Erstaunen waren bei Niedrigwasser in Boulogne viele Miesmuscheln und nur ganz vereinzelt Austern zu sehen.

Am Dienstag, den 28.6. um 8 Uhr Leinen los zur Langetappe von 150 Meilen nach Cherbourg, diesmal mit der Vorhersage vieler Winddreher und oft Schwachwind. Schön, dass unser Golf-Diesel bislang immer verlässlich den Wind ersetzt, wenn das nötig war und ist. Über weite Teile der Strecke konnten wir motorunterstützt segeln, so dass wir gut Strecke machten. Als die Nacht einsetzte waren wir erstaunt, dass wir kaum Fischer sehen oder im elektronischen Schiffsidentifikationssystem AIS feststellen konnten. Der Gegensatz zu unserer ersten Überquerung der Seinebucht ist riesig. 2013 führen wir in der Nacht einen anstrengenden immer wiederholten Ausweichkurs zwischen vielen Fischerbooten und ausgelegten Netzen mit kleinen Leichtbojen. Und jetzt: nichts dergleichen! Hier ist viel passiert! Erst bei Annäherung an Cherbourg am Morgen sahen wir eine kleine Fischerflotte im AIS aus dem Hafen kommen und kurz vor der Halbinsel Cotentin, an deren Spitze Cherbourg liegt, querten zwei Heckfänger mit Schleppnetzen unseren Kurs. Wir passierten sie am Heck mit großem Abstand, weil man nie weiß, wie lang das Schleppgeschirr ist. Auf dem letzten Streckenabschnitt wurde er nach langer gemütlicher Fahrt noch einmal spannend. Wie geplant hatten wir Schiebestrom von rund 4 Knoten an dieser exponierten Stelle, doch es briste gegenan auf! Noch einmal schlingerten wir für eine Stunde heftig bis wir hinter einer Landspitze dem Strom entkahmen.

Um 17:30 Uhr fanden wir den riesigen Yachthafen von Cherbourg fast komplett belegt vor. Alle 1600 Plätze waren bis auf den Wartesteg ohne Landanschluss besetzt. Am nächsten Morgen gab es dann doch noch ein Plätzchen für uns. Einige der besonders vielen Besucher aus Großbritannien waren zu den Kanalinseln weitergefahren. Auch in Cherbourg fanden wir einen großen Markt mit über 100 (!) Ständen vor. Wir konnten also weiter schwelgen. Fürs Mittagessen gab es reichlich Crevetten als Vorspeise und danach Katzenhai in Dillsoße mit netten Beilagen. Der Katzenhai war eine tolle Entdeckung. Ein feiner Fischgeschmack und als Knorpelfisch hat er keine einzige Gräte. In Cherbourg fand gerade ein Musikfestival direkt neben dem Hafen statt. Zwei unserer drei Nächte wurden wir bis 3 Uhr morgens heftigst beschallt. Wer Nächte durchsegelt, den kann so etwas nicht schrecken!

3. Juli 2022, Cherbourg

Am 22.6. warfen wir gegen 10 Uhr die Leinen in Ijmuiden mit dem Ziel Niuwpoort in Belgien los. Über 100 Meilen lagen vor uns und die extrem frequentierten Fahrwasser zu den stärksten Seehäfen der EU, Rotterdam und Antwerpen. Auch Ijmuiden selbst hat starken Schiffsverkehr, das war aber kein Problem, doch die Echolotanzeige im Hafenbereich wich deutlich von den Tiefenangaben in der Karte ab. Ein Flach von 5 m Tiefe schien an der Backbordseite weit in die Fahrrinne zu reichen. Wir wichen Richtung Mitte der Fahrrinne aus – netterweise war kein Großschiff in der Nähe – doch die Anzeige schwankte weiter um die 5 m. Das konnte eigentlich nicht sein! Also vorsichtig aus der Fahrrinne heraus und einmal die Schiffselektronik herunter- und wieder hochgefahren. 20 m Wassertiefe wie der Sollwert, manchmal spinnt die teure Elektronik! Um 17 Uhr erreichten wir den Maasgeul, das Fahrwasser von Rotterdam. Jede Menge schnelle Großschiffe quer zu unserer Richtung. Die Funkunterstützung der Leitstelle war perfekt. Ein gesteuerter Zickzackkurs und alles war klar! In den Abend hinein bekamen wir endlich einen gut segelbaren Wind, den wir sogar mit der Windfahne nutzen konnten. Herrlich! Im Dunklen erreichten wir dann die beiden Hauptarme der Scheldemündung vor Antwerpen. Dank AIS waren wir stets über die Bewegungen der Großen im Klaren, doch mussten wir eine Weile am Rand von einem der Verbindungsfahr-wasser fahren. Immer wieder kamen die dicken Pötte von hinten auf. Unschön, auch wenn sie stets guten Abstand hielten. Außerhalb der Fahrwasser liegen viele Flachs parallel zum Ufer, zwischen denen wir unseren Weg zum Zielhafen suchen mussten. Wir nutzten die Zufahrt von Oostende bis kurz vor dem Ufer und dann ging es noch 10 Meilen hinter einer flachen Bank nach Niuwpoort, welches wir um 8 Uhr morgens erreichten. Die Hafeneinfahrt ist interessant zwischen Pfahlreihen gestaltet und führt nach gut einer Meile zum riesigen Yachthafen. Gleich vorn am ersten Steg war etwas frei, doch später mussten wir in den hinteren Teil des Hafens verholen.

Niuwpoort ist unser erster Hafen in Belgien, das wir bislang wegen der vorgelagerten flachen Sände nicht angelaufen mochten. Hinter verheerend hässlichen und fast geschlossenen Hotellfronten von Oostende bis Niuwpoort fanden wir eine sehr hübsche Stadt weit hinter dem Strand, in der wir uns bestens versorgen konnten. Im Hafen fielen uns massive Bänke von Pazifischen Austern auf, die mittlerweile die früher dominierenden Miesmuscheln völlig verdrängt haben. Das kann man auch an der Nordseeküste von Cuxhaven bis zu den Niederlanden beobachten, jedoch nicht in diesem Ausmaß.

Am Samstag, den 25.6. warfen wir unsere Leinen schon um 6:40 Uhr los, um unser Ziel Boulogne-sur-Mer noch bei Tageslicht erreichen zu können. Der Knackpunkt dieser Etappe ist der alle 6 Stunden wechselnde Tidenstrom an der Engstelle des Englischen Kanals zwischen Dover und Calais. Wie bislang fast immer auf dieser Reise hatten wir Westwind, also fast genau gegenan. Es galt darum mit Motorkraft zunächst den Gegenstrom bis über Dunkerque hinaus zu bezwingen, um den Bereich Calais mit rund 3 Knoten Stromunterstützung rasch hinter uns zu bringen. Das gelang zwar, doch blies der Wind damit gegen den Strom. Das brachte sehr steile und hohe Wellen in denen das Schiff heftig stampfte, so dass wir kaum noch Fahrt durchs Wasser machten. Doch der Strom und eine Unterstützung durch einen Winddreher brachte uns trotzdem voran. Weil wir Sorge vor der Umkehr des Stroms hatten musste auch die Maschine mehr als sonst üblich leisten bis wir die nach Süden schwenkende Küstenlinie Richtung Boulogne erreichten. Dort kamen wir um 9 Uhr an und fanden viel Platz in der Marina vor.

Am Sonntagmorgen überraschte uns ein Fisch- und allgemeiner Markt genau gegenüber der Marina. Ein Seeteufel, junge Kartoffeln und verschiedene Salatkomponenten erlaubten es, die Ankunft in Frankreich gebührend zu begehen. Zu unserem Erstaunen waren bei Niedrigwasser in Boulogne viele Miesmuscheln und nur ganz vereinzelt Austern zu sehen.

Am Dienstag, den 28.6. um 8 Uhr Leinen los zur Langetappe von 150 Meilen nach Cherbourg, diesmal mit der Vorhersage vieler Winddreher und oft Schwachwind. Schön, dass unser Golf-Diesel bislang immer verlässlich den Wind ersetzt, wenn das nötig war und ist. Über weite Teile der Strecke konnten wir motorunterstützt segeln, so dass wir gut Strecke machten. Als die Nacht einsetzte waren wir erstaunt, dass wir kaum Fischer sehen oder im elektronischen Schiffsidentifikationssystem AIS feststellen konnten. Der Gegensatz zu unserer ersten Überquerung der Seinebucht ist riesig. 2013 führen wir in der Nacht einen anstrengenden immer wiederholten Ausweichkurs zwischen vielen Fischerbooten und ausgelegten Netzen mit kleinen Leichtbojen. Und jetzt: nichts dergleichen! Hier ist viel passiert! Erst bei Annäherung an Cherbourg am Morgen sahen wir eine kleine Fischerflotte im AIS aus dem Hafen kommen und kurz vor der Halbinsel Cotentin, an deren Spitze Cherbourg liegt, querten zwei Heckfänger mit Schleppnetzen unseren Kurs. Wir passierten sie am Heck mit großem Abstand, weil man nie weiß, wie lang das Schleppgeschirr ist. Auf dem letzten Streckenabschnitt wurde er nach langer gemütlicher Fahrt noch einmal spannend. Wie geplant hatten wir Schiebestrom von rund 4 Knoten an dieser exponierten Stelle, doch es briste gegenan auf! Noch einmal schlingerten wir für eine Stunde heftig bis wir hinter einer Landspitze dem Strom entkahmen.

Um 17:30 Uhr fanden wir den riesigen Yachthafen von Cherbourg fast komplett belegt vor. Alle 1600 Plätze waren bis auf den Wartesteg ohne Landanschluss besetzt. Am nächsten Morgen gab es dann doch noch ein Plätzchen für uns. Einige der besonders vielen Besucher aus Großbritannien waren zu den Kanalinseln weitergefahren. Auch in Cherbourg fanden wir einen großen Markt mit über 100 (!) Ständen vor. Wir konnten also weiter schwelgen. Fürs Mittagessen gab es reichlich Crevetten als Vorspeise und danach Katzenhai in Dillsoße mit netten Beilagen. Der Katzenhai war eine tolle Entdeckung. Ein feiner Fischgeschmack und als Knorpelfisch hat er keine einzige Gräte. In Cherbourg fand gerade ein Musikfestival direkt neben dem Hafen statt. Zwei unserer drei Nächte wurden wir bis 3 Uhr morgens heftigst beschallt. Wer Nächte durchsegelt, den kann so etwas nicht schrecken!

Vor Niuwpoort
Niuwpoort
Vor der belgischen Küste in Plotter- und Echolotdarstellung
Seezeichen
Boulogne-sur-Mer
Der Fischer und seine Frau
Boulogne Hafen bei Niedrigwasser
Unterbau Hafen Boulogne
Unterbau Hafen
Antreten zur Segelausbildung in Cherbourg
Ein Käffchen in Cherbourg

2022-06-21, Ijmuiden

Dienstag, den 14.6.22 ging es nun problemlos mit der Nachmittagsebbe die Elbe runter nach Cuxhaven in den uns wohlbekannten, großzügigen Hafen der Seglervereinigung. Den Mittwoch nutzten wir zu einem Besuch in der Geschäftsstelle des Trans-Ocean Segelvereins bei dem wir auch schon lange Mitglied sind. Der Verein hat weltweit Stützpunkte mit Ehrenamtlichen, die Seglern Hilfe und Information geben, ein wahrhaft soziales Netzwerk!

Früh am 16.6.22 zog uns die Ebbe aus der Elbe auf die Nordsee Richtung Borkum. Leider bei schwachem Wind genau von vorn, so dass es viele Motormeilen wurden. Bei Tagesanbruch nach einer kalten Nacht und 100 Seemeilen erreichten wir das Emsfahrwasser und bogen in die Zufahrt zur Burkana-Marina auf Borkum ein. Dieser Hafen gilt als Schutzhafen und kann bei jeder Tide angelaufen werden. Sonnabend Vormittag unternahmen wir noch unfreiwilligerweise eine ambitionierte Wanderung in den Ort von Borkum, weil der Bus gerade nicht kam, zum Rückweg erreichten wir ihn aber pünktlich.

Sonnabend 18.6.22 mit der Nachmittagsebbe starteten wir wieder Richtung Nordsee, diesmal mit gut segelbarem Wind aus NW und N. Ab 2.30 Uhr zog eine große Gewitterfront nah vorbei mit kräftigen Böen und heftigem Regen, sogar kurzem Hagelschauer. Meist steuerte die Windfahne, aber wir wurden trotzdem pitschnass. Zur Frühstückszeit konnten wir auf einem bequemen Liegeplatz im Hafen auf Vlieland festmachen.

Montag, den 20.6.22 Leinen los um 8.00 Uhr. Schon kurz nach der Ausfahrt vom Hafen kenterte die Tide, wir hatten mit mehr Stillwasserzeit gerechnet und der Wind stand auch noch gegenan, so dass die erste Stunde sehr unangenehm war, bis wir endlich Segel setzen und den Kurs Richtung Südwest anlegen konnten. Der Seegang blieb heftig und der Törn imponierte als Rodeo, aber bei Sonnenschein war es ein sportliches Segelvergnügen. Um 21.30 machten wir im riesigen Hafen von Ijmuiden fest, hier lagen wir bereits 2013.

Ausfahrt Cuxhaven

Kontraste auf dem Seeweg zur Elbe

Erfolgreicher Krabbenfischer beim Füttern der Möven

Rauschefahrt auf der Nordsee

Große Wäsche in Ijmuiden

13. juni 22, Bilder

Schwebefähre in Rendsburg über dem NOK

NOK-Kanalfahrt
Schiffsteile bei Einfahrt in Schleuse Brunsbüttel
BEAGLE in der Schleuse Brunsbüttel

Lotsenstation Finkenwerder

In Hamburg am Burchardkai angekommen

BEAGLE im City-Sportboothafen unterhalb der Elbphilharmonie

13. Juni 22, Brunsbüttel

Am Donnerstag vor Pfingsten ging es im Leihwagen von Forchheim nach Eckernförde. Der Zeitpunkt war gut gewählt. Vor den Pfingstferien in Bayern waren die Straßen frei.

Freitag konnten wir in aller Ruhe unsere Schiffsvorräte anlegen. Beispielsweise 30 Mineralwasserflaschen bilden eine der Grundlagen für die geplante Reise. Dank Auto hatten wir kein Transportproblem.

Samstag wurde das Auto in Kiel abgegeben. Auf dem Bahnhof ein Riesenchaos. Der Bahnsteig Richtung Hamburg war dank 9-€-Ticket völlig überfüllt, Richtung Eckernförde war es noch moderat. Am Nachmittag kam Bruder Hannes aus Hamburg, der die erste Teilstrecke durch NOK und Elbe nach HH mitfahren wollte.

Am Pfingstsonntag den 5.6.22 ging es dann endlich los! Gegen einen moderaten Ostwind direkt auf die Nase ging es unter Maschine aus der Eckernförder Bucht, dann unter Segeln die Küste entlang Richtung Kiel. Schon von Weitem sahen wir große Regattafelder vor der Kieler Förde. Hunderte von größeren und kleineren Segelbooten fuhren in teils sehr dichten Feldern um ihre Regattatonnen, so dass wir Mühe hatten, ohne zu enge Kontakte durchzukommen. Am Thiessenkai fanden wir die Anlage im Bau vor. Man konnte aber ohne Landgangsmöglichkeit und Kosten festmachen. Auch OK!

Mo., 6.6.22 7:00 Uhr Leinen los. Ab in den Wartebereich, 7:30 Uhr Schleusen. Problemlose Fahrt mit leichtem Gegenwind und langsamer Wetterbesserung. 18:50 Uhr in Brunsbüttel neben der Schleuse fest an einem Zweimaster mit einem netten Skipper und TO-Stander.

Di., 7.6.22 Hafentag mit Schleusenbesichtigung wegen Starkwind.

Mi., 8.6.22 7:45 Uhr Leinen los und bis 9:45 kreiseln vor der Schleuse. Auf der Elbe schwacher S -SW, also mit Maschine kurzfristig mit der Flut, dann gegen die Ebbe. Gegenstrom meist kleiner 2,5 Knoten, so dass wir stets 2,5 kn Fahrt gegenan machen konnten. Segelversuche endeten rasch weil wir nicht mehr voran kamen. Auf Höhe Wedel dann wieder Schiebestrom von der Flut. 19:30 Uhr fest im City-Sportboothafen-Hamburg ganz vorn am Steg mit freier Zufahrt direkt unter der Elbphilharmonie. Ein besonderer Ort!

In Hamburg hatte Uli ein Klassentreffen 52 Jahre nach dem Abitur und Hannes musterte ab.

So., 12.6.22 7:45 Uhr Leinen los im Sonnenschein mit Ziel Cuxhaven bei schwachem Westwind. Bis Wedel mit Maschine und Unterstützung der Ebbe, dann gegen die Flut. Ab Höhe Stade wurde Segeln möglich, mit 2,3 – 2,8 kn über Grund waren wir bei Gegenstrom ähnlich langsam wie unter Motor. Nach Glückstadt kenterte der Strom, aber der Wind drehte auf NW, also genau gegenan, so dass die Maschine wieder helfen musste. Auf halbem Weg nach Brunsbüttel briste es auf 5 – 6 Bft auf. Eine kurze steile Welle mit Kreuzseen entstand, das Schiff stampfte und wir machten kaum noch Fahrt durchs Wasser. Nur die Ebbe zog uns noch mit 4 – 5 kn Richtung Nordsee. Da schnell klar wurde, dass der Seegang Richtung Cuxhaven weiter zunehmen würde und der Strom vor Erreichen unseres Ziels wieder kentern würde, beschlossen wir in Brunsbüttel im Kanal Station zu machen. Beim Warten vor der Schleuse in heftiger Hacksee hüpfte BEAGLE wie wild herum, wir durften aber bald in die Schleuse einlaufen. Um 17:50 Uhr waren wir dann fest im nur halb vollen Hafen.

Mo., 13.6.22 Hafentag in Brunsbüttel wegen kräftiger Böen aus NW in der Elbmündung. Schon wieder Wind gegen Strom bei Ebbe.

BEAGLE startbereit

Regattafeld vor der Kieler Förde

Idyll am Thiessenkai ohne Landverbindung

Mai 2022

Alice und Uli Zenneck, SY BEAGLE, SCE

Nordatlantik Rund 2022 – 2023

Mai 2022

Für unsere dritte Nordatlantikrunde wurde die BEAGLE nach der Saison 2021 in allen wesentlichen Komponenten fit für die große Reise gemacht.

Manni Zappe von der Lütten Werft in ECK hat unseren Diesel gecheckt und einen ankorrodierten Krümmer neu gefertigt und eingebaut. Ein Thermosensor wurde in den Kühlwasser-Abgasstrom eingebaut, um eine jederzeit rasche Kontrolle der Kühlwassersituation zu haben. Nobbi Ladewig hat das Ankerwinschenrelais ausgetauscht, die ganze Elektrik überprüft und unseren Mast haben wir komplett neu verstagt, weil wir mittlerweile rund 25.000 Meilen mit dem Rigg gesegelt sind. Uwe Kock von Schultz-Segel hatte das übernommen und uns auch ein neues Großsegel angefertigt. Gecheckt wurden natürlich auch UKW- und KW-Funk, AIS, das Satellitenhandy, der GPS-Tracker, die Rettungsinsel, die Feuerlöscher und… und… und. Schließlich haben wir in den letzten Tagen das gute Wetter genutzt, unserem Stahlschiffchen einmal wieder das komplette Deck zu streichen, welches nun blütenweiß strahlt. Doch die Möven in der SCE-Marina schauten sehr genau hin, als wir am letzten Wochenende das vorbereitete Schiff verließen, um zu Hause die letzten Dinge für unsere längere Abwesenheit zu organisieren und zu packen. Wir fürchten, dass sie dort in der Zwischenzeit wieder fröhliche Urstände feiern werden.

Alles ist nun alles bereit für unsere Reise, die wir zu Pfingsten beginnen werden. Unsere alte Heimatstadt Hamburg wir diesmal unser erstes Zwischenziel sein. In Ergänzung zu unseren früheren Atlantikreisen haben wir uns diesmal vorgenommen auf keinen Fall an den Kapverden vorbeizusegeln und vielleicht schaffen wir es auch, die Bahamas zu besuchen. Dazu kommen natürlich noch unzählige Häfen und Buchten unterwegs, die wir noch nicht kennen. Das gilt gleichermaßen für die Europäische Westküste etwa der Bretagne, Spanien oder Portugal, aber auch für die wunderschönen Archipele der Kanaren, Antillen oder Azoren.

Wir freuen uns sehr auf die Tour und werden regelmäßig etwa alle 1 – 2 Wochen an dieser Stelle berichten.

Alice & Uli  

Logbuch Rückfahrt Tage 80 bis 86 vom 18.7. bis 24.7.2014, Sumlog 4.800 nm, Gesamtsumlog 11.846 nm

Von Cuxhaven bis in den Heimathafen SCE Eckernförde

In Cuxhaven haben wir bei bestem Sommerwetter noch einiges am Schiff geputzt und entrostet, das Salzwasser aus dem Tauwerk gespült und uns nebenbei die Stadt näher angesehen. Hier besonders das Fischerei und Wrackmuseum „Windstärke 10“, das in den alten Fischauktionshallen sehr schön eingerichtet wurde und eindrucksvoll die Geschichte der Fischerei und Fischverarbeitung in Cuxhaven zeigt, ebenso wie Exponate von untergegangenen und gestrandeten Schiffen aus früherer Zeit in der Elbmündung. Die ganze Fischmeile ist heute eine kulinarische Straße mit Fischläden und Restaurants, wo auch wir uns gestärkt haben. Ein Strandspaziergang zur Kugelbake und zum Denkmal von Jonathan Zenneck war natürlich obligatorisch.

Am Montag, dem 21.7. passte die Tide am Nachmittag für die Elbfahrt nach Brunsbüttel. Normalerweise sind die 16 Meilen mit der Flut ein Klacks, aber es wehte ein kräftiger Nordost Wind und so hatten wir Wind gegen Strom mit einer beeindruckend kurzen Hacksee und brauchten 4,5 Stunden bis zur Schleuse Brunsbüttel. Hier hatten wir Glück, wurden sehr flott geschleust und konnten um 21 .30 Uhr im Päckchen im Brunsbütteler Yachthafen festmachen. Die Kanalfahrt am nächsten Tag war ein gemütliches dahin Motoren durch die schleswig-holsteinische Landschaft, immer wieder unterbrochen durch das Passieren dicker Pötte aus aller Herren Länder. Zwischen den Frachtern und reichlich vielen Sportbooten schwammen in aller Seelenruhe die Schwäne und Enten. Wieder blies uns der Ostwind kräftig entgegen mit bis zu 25 Knoten, so dass Beagle recht langsam voran kam und wir die Fahrt bei Rendsburg am Obereidersee unterbrochen haben und dort sehr idyllisch beim Wassersportverein Enge einen Liegeplatz für die Nacht fanden. Hier war es windstill, absolut ruhig und doch nur 30 Minuten Fußweg von der Innenstadt Rendsburg entfernt. Das sommerliche Treiben auf dem Marktplatz lud uns zum Abendessen und einem Spaziergang durch die Altstadt. Der letzte Kanalabschnitt zog am nächsten Tag flott an uns vorbei und um 15 Uhr waren wir an der Schleuse Kiel-Holtenau, genau 10 Minuten zu spät, denn wir sahen noch das Schleusentor zugehen hinter einer großen Zahl Segler, die gerade ausgeschleust wurden. Da die alten Schleusen in Kiel zurzeit außer Betrieb waren mussten wir 3,5 Stunden warten bis zur nächsten Schleusung. Uns machte das Warten nichts aus bei schönem Wetter am Wartesteg, aber einige Segler waren doch sehr nervös und kreisten sehr ungeduldig. Mit 3 Frachtern zusammen gelangten wir schließlich in die Kieler Förde und querten direkt in die Heikendorfer Bucht zu einer letzten Nacht vor Anker mit malerischem Sonnenuntergang und einem heimischen Flensburger Landungsbier.

Die letzten 20 Meilen nach Eckernförde sollten eigentlich mit Nordostwind gesegelt werden, aber am Leuchtturm Bülk schlief der Wind ein und der Motor musste nochmal helfen. Mitten in der Eckernförder Bucht kamen uns dann Segler aus dem Verein entgegen, es wurden immer mehr, die uns mit lautem Hallo und Nebelhorn-Tuten begrüßten! Wir waren überwältigt von dem Empfang und segelten an der Spitze des Geschwaders mit unser Beagle in den Heimathafen. Mit sehr herzlichen Worten und Sekt wurden wir vom Vereinsvorsitzenden Heinz Paasch willkommen geheißen, es gab viele Hände zu schütteln und zu erzählen. Für uns war es ein besonders schöner Abschluss der 14 monatigen Fahrt. Wir danken allen sehr herzlich für diesen fantastischen Empfang. Es ist für uns eine große Freude heil und gesund mit einem riesigen Schatz an Erinnerungen wieder gelandet zu sein.

SchleuseBrunsbüttel

Einfahrt Schleuse Brunsbüttel

YachthafenBrunsbüttel

Yachthafen Brunsbüttel neben der Schleuse für die dicken Pötte

Kanalidylle

Kanalidylle

GrossundKleinimKanal

Groß und Klein im Kanal

Passenwirdurch

Passt der dicke Musikdampfer da durch?

RendsburgObereidersee

Rendsburg Marina WSV Enge am Obereidersee

RendsburgMarktplatz1

Rendsburg Marktplatz

RendsburgMarktplatz2

Die andere Seite des Marktplatzes

HeimatlicheKost

Folienkartoffel, Kräuterquark und Krabben – herrliche heimatliche Kost

LandungsbierKielHeikendorf

Landungsbier in der Heikendorfer Bucht, natürlich Flens!

KielHeikendorferBucht

Abendblick aus der Heikendorfer Bucht

SCE-Empfangsgeschwader

SCE-Empfangsgeschwader auf der Eckernförder Bucht

SCE-Empfang

Herzlicher Empfang in der SCE-Marina

LokalePresse1

LokalePresse2

Echo in der lokalen Presse (Eckernförder Zeitung und Kieler Nachrichten)

Logbuch Atlantik-Rückfahrt Tage 71 bis 79 vom 9.07. – 17.07.2014, Sumlog 4706 nm

Von Falmouth über Brighton nach Cuxhaven, eine Fahrt durch Nebel und Regen in den Hochsommer    

Beim Pubbesuch zum Halbfinale der Fußball-WM fanden wir uns in einer rein britischen Runde, die das Geschehen bis einschließlich des ersten Tors sehr ruhig aufnahm. Stimmung kam erst beim zweiten Tor auf und dann wurden wir alle zusammen von der unwahrscheinlichen Torflut geplättet, wir durften aber als hörbar Deutsche zum Schluss eine Reihe von guten Wünschen für das Finale mitnehmen. Ein toller Auftakt für unsere letzten Etappen des Heimwegs.

Gut ausgeschlafen starteten wir mittags in Falmouth mit einer frischen Brise im Sonnenschein zu den 203 Meilen nach Brighton, für die wir 51 Stunden benötigten. Unterwegs überholten uns die wieder nach uns gestartete Antares mit der überraschenden Mitteilung, uns klar und deutlich im Schiffsidentifikationsystem AIS zu sehen, dessen Sender bereits kurz nach dem Beginn unserer Reise im Juni 2013 ausgefallen war und den wir mehrfach vergeblich zu reparieren versucht hatten. Das Wunder einer spontanen Gerätegenesung war geschehen! Drei Viertel des Wegs war es ein sehr schönes Segeln, doch in der zweiten Nacht wurde der Wind so schwach, dass wir bei dem im Englischen Kanal kräftigen Tidenstrom rückwärts gefahren wären, wenn er uns entgegen stand, doch der Motor konnte das verhindern. Bei der Anfahrt auf Brighton erlebten wir eine echte Kostprobe der britischen Wetterküche. In kurzer Zeit zog sich nicht nur der Himmel zu, die bereits greifbar nahe Küste verschwand auch vollständig im Nebel, der von einem kräftigen Regen und einem frischen Wind auf die Nase begleitet wurde. Erst direkt vor der Mole konnten wir wieder einige Details vor uns sehen. Wie schön, dass es GPS, Radar und AIS gibt und alle auch noch funktionierten. Die sehr große Marina ist Teil der Brighton Marina City mit dutzenden von Restaurants, Pubs, einschlägigen Geschäften und einem riesigen Supermarkt. Das gewählte indische Restaurant erfüllte dann unsere Hoffnungen auf eine authentische Küche, die wir in Deutschland kaum bekommen können und die wir sehr genossen. Der Bummel entlang der Strandpromenade zum Stadtzentrum mit Riesenrad, Rummelpier, einem interessanten Gängeviertel und einem nachgebauten indischen Palast belegte die Bedeutung von Brighton als eines der großen Ferienzentren in Südengland. Große Gruppen von jungen Sprachschülern aus aller Welt prägten das Leben auf Straßen und Plätzen.

Mittags ging es wieder Leinen los mit den alternativen Zielen Ijmuiden bei Amsterdam oder Cuxhaven, je nachdem, wie sich das Wetter entwickeln sollte. In zwei Tagen sollten wir Ijmuiden erreichen können und bis Cuxhaven sollte es gut vier Tage dauern. Weil auf dieser Strecke aber die verkehrsreichsten Schifffahrtswege weltweit gekreuzt werden müssen, möchte man das nicht unbedingt nonstop mit einer Zweiercrew durchfahren. An den heißen Punkten gibt es natürlich keine Freiwachen weil einer die Navigation erledigen und die Schiffselektronik bewachen muss, während der andere das Ruder führt. Der Knackpunkt der Planung lag am Ende unseres Wettervorhersagezeitraums von fünf Tagen. Dort zeichnete sich eine Ostwindlage für die Deutsche Bucht ab. Sollte das tatsächlich so kommen, würde es uns in Ijmuiden für die Dauer dieser Wetterlage festnageln, denn gegen Wind und Welle kommen wir nicht entlang der Friesischen Inseln zur Elbmündung voran.

Die Tour begann mit gemütlichem Sommersegeln bei leichten westlichen Winden und Schiebestrom der Tide vor den weißen Kreideklippen der südenglischen Küste bis zum Beachy Head bei Eastbourne, das die Bucht von Brighton nach Norden begrenzt. Der Wind wurde dort deutlich kräftiger und die See richtig kabblig, da die Richtung des Windes aber stimmte und der Schiebestrom lang anhielt weil wir mit der Flutwelle Richtung Engstelle des Kanals segelten, ging es flott aber hoppelig in die Nacht hinein. Folkestone passierten wir noch im Dunklen, doch bei Dover wurde es dann langsam hell, so dass wir mit der Überquerung des Verkehrstrenngebiets dort um 04:50 Uhr beginnen konnten. Dieses besteht aus zwei Richtungsfahrbereichen von jeweils 5 Meilen Breite und einer Trennzone dazwischen. Für jede Richtungsfahrbahn benötigten wir bei unseren 5 Kn Fahrt eine Stunde und eine halbe Stunde für die Trennzone. Bei Fahrgeschwindigkeiten der Großschiffe von meist 12 – 21 Kn müssen wir darum auch auf Schiffe achten und ihnen ausweichen, die am Beginn der Querung einer Richtungsfahrbahn bis zu 20 Meilen entfernt sind. Dank AIS kann man das auch gezielt tun weil sie korrekt von unserem Plotter in die elektronische Karte projiziert werden. Visuell kann man jedoch auch die größten Schiffe bei bester Sicht nicht weiter als etwa 8 Meilen sehen und wir hatten keine gute Sicht sondern dunstige bis nebelige Verhältnisse und Regen. In der Zeit vor dem AIS war die Querungen des Englischen Kanals darum noch heißer, der Schiffsverkehr aber auch schwächer. Dank Elektronik kamen wir mit den großen Schiffen prima klar, hatten aber eine ungeschickte Stelle für unsere Querung gewählt, die wir nicht mehr korrigieren konnten weil man verpflichtet ist, die ganze Überquerung genau Rechtwinklig zu den Fahrtrichtungen des Trenngebiets durchzuführen. Wir hatten zufällig fast genau den Weg der Fähren zwischen Dover und Calais gewählt, die uns aber stets gut auswichen.

Auf der französischen Seite angekommen erfasste uns ein kräftiger Tidengegenstrom gegen den wir bei dem unruhigen Wasser mit den Segeln allein nicht ankamen. Auch mit Maschinenunterstützung schafften wir nicht mehr als 2 Kn nach Osten, dazu kamen ein dichter werdender Nebel und weiter Regen. Ein rechtes Mistwetter also. Aus dem konturlosen Grau rauschte dann ein ebenso graues Schiff mit schäumender Bugwelle ohne ein AIS-Signal zu senden auf uns zu, tutete direkt neben uns, wendete und setzte sich unmittelbar hinter uns – Douane Fancais! Per Funk eine Anfrage: Beagle woher kommen Sie – Aus Brighton – Und davor? – Aus Falmouth – Und davor? – Von den Azoren – Aha, und davor? ……….   Schließlich die Anweisung: Fahren Sie mit konstanter Geschwindigkeit, wir kommen an Bord! Wir schauten uns an, unausgeschlafen, nass und hungrig wie wir waren und auf das unruhige Wasser, doch ein großes Schlauchboot wurde zu Wasser gelassen, vier Mann kletterten bald behände an Bord und wühlten eine Stunde lang ganz freundlich und mit patschnassen Stiefeln einmal das ganze Schiff durch. Dann verabschiedeten sie sich wieder sehr nett und freundlich, nachdem sie darüber gestaunt hatten, wie viel Trinkwasser in Flaschen an Bord war und wir durften immer noch unausgeschlafen das Chaos beseitigen. Uff – erst einmal ein Frühstück!

Entlang der französischen und belgischen Küste klarte das Wetter langsam auf und bei der wieder spannenden Querung des Westerschelde-Außenfahrwassers vor Zeebrugge hatten wir gute Sichtbedingungen auf die Lotsentransfers auf dem Wasser und die sich daran oft anschließenden abrupten Kursänderungen der Großschiffe. Der weitere Weg in der Küstenfahrzone vor dem Rheindelta war bei frischen Westwinden und aufgelockertem Himmel tagsüber eine reine Freude, die Nacht hatte es aber wieder in sich. Bei weiter bestem Segelwind rauschten wir vor der Küste der Niederlande dahin, das taten aber auch zahllose Fischer, viele schwimmende Bagger, die mit teils 18 Kn unterwegs waren und ähnlich viele kleinere Frachtschiffe und bei denen scheint der Autopilot den Steuermann oft komplett ersetzt zu haben. Alice hatte in ihrer Schicht gegen 1 Uhr einen Frachter, der von hinten mit 12 Kn auf Kollisionskurs herankam und auf dreimaligen Funkanruf nicht reagierte und Uli um 2:30 Uhr gleichzeitig eine Frachter von vorn und einen Fischer mit Schleppnetz von Steuerbord auf Kollisionskursen. In beiden Fällen musste der Diesel uns im letzten Augenblick mit Vollgas aus der Bredouille ziehen. Wieder Ufff…… Am Vormittag flaute der Wind wie vorhergesagt langsam ab und um weiter zügig voranzukommen ließen wir die Maschine mitlaufen. Der der per Kurzwelle und Modem empfangene neue Wetterbericht für die Nordsee zeigte dann eine Verstätigung des Wettertrends mit Ostwinden ab dem 17.7., so dass wir endgültig beschlossen, Cuxhaven direkt anzulaufen. Jetzt waren das Maasfahrwasser vor Rotterdam und das Fahrwasser vor Amsterdam und Ijmuiden bei jeweils lebhaften Schiffsverkehr zu queren. Bei guten Sichtbedingungen am Tag kein Problem. Am Abend passierten wir Ijmuiden, von wo aus Antares uns im AIS entdeckte und wir verabschiedeten uns nun erst einmal für längere Zeit per Funk, weil sie sich im Bereich Ijsselmeer einen neuen Heimathafen suchen wollen.

Den Bereich der Friesischen Inseln erreichten wir beim letzten Licht des Tages vor Den Helder und an der Grenze zum Wattenmeer fanden wir eine unübersehbare Zahl von Krabbenfischern vor, die nur in wenigen Fällen mit einem AIS-Sender ausgerüstet waren. Da Krabben üblicherweise bei 2 – 3 Kn Fahrt gefangen werden und wir ausnahmsweise einmal schneller als unsere Verkehrspartner waren, wurde das Umrunden dieser Fischer recht einfach, wenn auch ihre große Zahl die Sache etwas mühselig machte. Wir passierten etwa innerhalb einer Stunde einmal 18 Fischer, einen Bagger und einen Frachter auf unserem Weg. Auch als wir bei Borkum in die deutschen Gewässer wechselten, blieb diese Lage erhalten. Mittlerweile blies ein feiner Südwestwind in unsere Genua, die Beagle zwar rollend, aber seglerisch angenehm und zügig windfahnengesteuert in Richtung Heimat voranbrachte. Die nächste Nacht fand uns mit wieder weniger Wind motorend vor den Ostfriesischen Inseln und im Morgengrauen bei der Anfahrt auf die Außenfahrwasser von Jade und Weser. Dort wurden wir bald munter weil gerade die Weser einigen Verkehr brachte, der uns wieder nach Absetzung der Lotsen durch lustige Richtungsänderungen unterhielt. Zwischen Weser und Elbe rund um Scharhörn erlebten wir dann einen Sommermorgen der ganz seltenen Art. Eine fast glatte Nordsee erlaubte ein Frühstück auf dem Cockpittisch im warmen Morgensonnenschein. Unfassbar! Die Anfahrt auf Cuxhafen wurde kurz nach Scharhörn von der einsetzenden Flutströmung in die Elbe unterstützt. Die letzten Meilen flogen wir fast mit unserem schweren Schiffchen mit 7 Kn und im Sonnenschein in den Hafen und gleich vorn war eine Box für uns frei. Um 13 Uhr war Beagle fest, 428 Meilen hatten wir in fast genau vier Tagen zurückgelegt, mit einem Schnitt von über 100 Meilen/Tag eine unserer schnellsten Langstrecken der gesamten Fahrt.

Am nächsten Morgen war der angekündigte Ostwind eingetroffen und im Sommersonnenschein gab es frische und knusprige Brötchen vom Bäcker im Lotsenviertel bei der Marina und eine Morgenzeitung dazu, kleine Vergnügungen, die wir seit 14 Monaten manchmal richtig vermisst hatten. Hier in Cuxhaven werden wir einige der teils unansehnlichen Folgen der langen Reise für die Beagle durch das stark korrosive Atlantikwasser bearbeiten. Am Dienstag, den 22.7. wollen wir nach Brunsbüttel verholen, am 23.7. den NO-Kanal nach Kiel durchfahren und am Do., den 24.7. bis zum späteren Nachmittag nach Eckernförde in unsere SCE-Marina fahren, wenn das Wetter denn mitspielt. Nach der langen, immer interessanten und meist schönen Fahrt freuen wir uns jetzt sehr auf die Heimkehr!

LeuchtturmFalmouth

Passage Leuchtturm Falmouth

AIS-SchiffsverkehrvorWeymouth

Dichter Schiffsverkehr vor der Portland Bill nahe Weymouth, Südengland in AIS-Darstellung

BrightonStrand

Brighton Strand mit der Vergnügungspier

BrightonPier

Eingang Brighton Pier

RoyalPavillon

Der Royal Pavillon, ein Nachbau eines indischen Palastes in Brighton

WhitecliffsBrighton

Weiße Klippen bei Brighton im Schönwetterdunst

BeachyHead

Beachy Head am Ende der Bucht von Brighton

RuderwachebeiRegenAlice

Ruderwache am Steuertau der Pinne bei Regen

ZollklarzumEntern

Douane Francais klar zum Entern vor Calais

ZollfertigmitKontrolle

Zurück zum Zollkreuzer, alles klar aber durcheinander auf der Beagle

SommerfrühstückaufWattenmeer

Sommerfrühstück auf dem Wattenmeer

KugelbakeCux

Die Kugelbake an der Elbmündung

BojeimFlutstrom

Fahrwassertonne im Flutstrom der Elbe

HafenansichtCux

Hafenansicht Cuxhaven

HistorischeWetterinfoCux

Historische Wetterinfoanlage für die Fischer von Cuxhaven vor über 100 Jahren

(Angabe von aktueller Windstärke und -richtung bei Borkum und Helgoland)